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Taschenuhren mit Geschichte


Dimas


Diese Uhr kommt von der Firma "MAN".



In dem 900er Silbergehäuse arbeitet ein Werk von Schätzle & Tschudin (Favor). Es handelt sich dabei um das Kaliber 6: 18''', 17 Steine, 18000 A/h, GR 38h, Savonette.



Auf dem Staubdeckel ist folgende Gravur zulesen: "MAN Karl K...(Name maskiert)... 1918 - 1943"




M A N




Hinter dem Kürzel "MAN" steckt "Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg". Es handelt sich dabei um den Zusammenschluß von zwei Maschinenbaufirmen im Jahr 1898: 1. Maschinenfabrik Augsburg AG und 2. Maschinenbau-Actiengesellschaft-Nürnberg

1. Maschinenfabrik Augsburg AG:
Im Mai 1840 gründete Ludwig Sander (1790-1877) zusammen mit Jean Gaspard Dollfus in Augsburg ein Maschinenbauunternehmen namens "Sander´sche Maschinenfabrik", welches im Oktober 1844 von Carl August Reichenbach (1801-1883) und dessen Schwager Carl Buz (1803-1870) übernommen wurde. Sie erhielt damit die Bezeichnung "C. Reichenbach'sche Maschinenfabrik". Produkte der Firma waren Dampfmaschinen und Wasserturbinen. Bekannt wird die Firma aber mit Druckmaschinen und später mit Kältemaschinen, einer Erfindung von Carl von Linde (1842-1934). Der Sohn von Buz, Heinrich von Buz (1833-1918), brachten den Betrieb aber zur Weltgeltung. Dieses kam durch die Zusammenarbeit mit Rudolf Diesel (1858-1913), der seine Erfindung, den Dieselmotor bei dem genannten Unternehmen ab 1897 herstellen konnte.




2.Maschinenbau-Actiengesellschaft-Nürnberg:
Johann Friedrich Klett (1778-1847) gründete im Jahr 1837 in Nürnberg eine Maschinenwerkstatt unter der Bezeichnung "Eisengießerei und Maschinenfabrik Klett & Comp." (eingetragen 1841). Die Firma stellte anfangs ausschließlich Dampfmaschinen her. Unter dem Schwiegersohn Theodor von Cramer-Klett (1817-1884) erweiterte sie ihre Produktpalette um Eisenbahnwaggons, Brücken und Eisenhochbauprodukte. Mit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1873 erhielt die Firma den neuen obengenannten Namen.

Mit der Erfindung des Dieselmotors kam es zu einem Zusammenschluß beider Firmen, da die Nürnberger einen Lizenzvertrag mit den Augsburgern zur Produktion von Dieselmotoren geschlossen hatten und sich eine Zusammenarbeit anbot. Die neue gemeinsame Firma firmierte unter dem Namen "Vereinigte Maschinenfabrik Augsburg und Maschinengesellschaft Nürnberg". Der Vorstand bestand aus Heinrich von Buz und Anton von Rieppel (1852-1926). Erst 1908 bekam sie den Namen "MAN".
Nach dem Zusammenschluß begann die wirtschaftliche Prosperität. Die Druckmaschinenetechnik wurde weiterentwickelt und das erste Walzenwerk wurde gebaut. Auch die weltberühmte Wuppertaler Schwebebahn stammt von "MAN". Die spannendste Innovation war aber den Dieselmotor zum Schiffsmotor weiterzuentwickeln.




Während des 1.WK wurde auf die Kriegsproduktion (Geschosse, Zünder, Transportfahrzeuge, Lafetten, Geschützrohre und Flugzeugmotoren) umgestellt. Insbesondere die LKW-Produktion war eine für die Zukunft wegweisende Innovation.




Nach dem Kriegsende geriet die Firma in finanzielle Schwierigkeiten. Die Kriegsprodukte fielen nämlich weg. Der Versuch mit der Hugo Stinnes GmBH und Siemens zu kooperieren scheiterte, da es Paul Reusch (1868-1956), dem Vorstandsvorsitzenden der Gutehoffnunghütte (GHH), im Jahr 1921 gelang die Aktienmehrheit im Rahmen einer feindlichen Übernahme zu erlangen. Die Situation verbesserte sich dadurch aber nicht, zumal Reusch sich finanziell zu sehr verausgabt hatte. Die Wirtschaftskrise beutelte GHH und MAN noch zusätzlich. Erst mit der Machtübernahme des NS-Regimes mit ihrem Aufrüstungsprogramm änderte sich die Lage. Noch mehr verbesserte sich die Situation mit dem Beginn des 2.WK und der erneuten Umstellung auf Rüstungsgüter. Bei MAN wurden Zwangsarbeiter eingesetzt, ja 1944 waren 33% der Beschäftigten Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge.
Nach dem Krieg konzentrierte man sich wieder auf den LKW-Bau. Hierzu wurde vorallem der Standort in Nürnberg genutzt. Auch der Maschinenbau und die Druckmaschaschinentechnik sowie die Dieselmotorenproduktion begannen wieder zu wachsen. In den 60ern wurde die Firma GHH und MAN umstruturiert zur MAN-AG mit eigenständigen Sparten für die LKW-Produktion, Dieselmotoren und Drucktechnik. Die Hoheit behielt aber die MAN-AG mit Sitz in München. Die weitere Geschichte kann man bei Wikipedia nachlesen.








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