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Taschenuhren mit Geschichte

Diese Uhr wurde von der
"Vereinigten Stahlwerke Aktiengesellschaft August Thyssen-Hütte Hamborn"
ausgegeben



Es ist eine Savonette mit 800er Silbergehäuse. Die Uhr hat eine ungewöhnliche Größe und ist mit einem Werk der Manufaktur Revue GT (Gédéon Thommen) ausgestattet. Es handelt sich dabei um das Kaliber 30: 18.75'''; 15 Jewels; 18000 A/h



Auf dem Staubdeckel ist folgende Gravur zulesen: "Für 25 jährige treue Dienste Herrn ...(Name maskiert)... 1905-1930 gewidmet von der Vereinigte Stahlwerke Aktiengesellschaft August Thyssen-Hütte Hamborn".



Die August Thyssen Hütte wurde wie der Name schon sagt von August Thyssen (17.05.1842-04.04.1926) gegründet.



August Thyssen wurde am 17.05.1842 in Eschweiler geboren. Er war der Sohn von Johann Friedrich Thyssen (01.10.1804 - 25.05.1877), dem Gründer der Thyssendynastie, Gründer der ersten Walzdrahtfabrik in Aachen und Gründer des privaten Bankhauses Thyssen in Eschweiler.
August Thyssen studierte an der Polytechnischen Schule Karlsruhe, anschließend an der Handelshochschule in Antwerpen und war zunächst im Bankhaus seines Vaters tätig. Danach gründete er das Eisenwerk "Thyssen-Foussol & Co.". Dieses wurde aber 1870 aufgelöst.
Mit dem Erlös gründete er noch im gleichen Jahr das Walzwerk "Thyssen & Co." in Styrum (bei Mülheim an der Ruhr). Dieses war die Keimzelle zu einem der größten Montankonzerne Europas, der "August Thyssen-Hütte". Die "August Thyssen-Hütte" bestand aus dem Hüttenwerk Bruckhausen (incl. "GDK") sowie dem Walzwerk Deutscher Kaiser in Dinslaken und natürlich dem Walzwerk in Styrum. Der eigentliche Zusammenschluß wurde aber erst kurz vor dem Tode August Thyssens vollzogen. Bis dahin arbeiteten die unterschiedlichen Unternehmensteile eigenständig.
Zusammen mit Hugo Stinnes (12.02.1870 - 10.04.1924) gilt er auch als Gründer der "RWE" (Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG). Tatsächlich erwarben beide im Jahr 1902 lediglich die Mehrheit mit Hilfe der Deutschen Bank, der Dresdner Bank und der Disconto-Gesellschaft. Die eigentliche Gründung vollzog sich bereits am 25.04.1898 und entstand aus der Elektrizitäts-AG vormals W. Lahmeyer & Co.
August Thyssen heiratete am 29.11.1872 Hedwig Pelzer (1854 - 1940). Aus dieser Ehe entstammten 4 Kinder. 1885 kam es zur Ehescheidung. Um seinen Konzern dem Zugriff seiner Frau zu entziehen übertrug er ihn an seine Kinder ohne ihnen Entscheidungsrechte einzuräumen. Den Nießbrauch behielt er.
Nach dem Zusammenschluß aller Unternehmensteile zu einer Holding verstarb er am 04.04.1926. Der Thyssenkonzern ging am 14.01.1926 in der "Vereinigten Stahlwerke AG" (VESTAG) auf. Im Anschluß an dem 2.WK verschmolz der Konzern zusammen mit "Krupp Hoesch" zur "Thyssen Krupp AG".

Die eigentliche Leistung von August Thyssen bestand darin Unternehmen zu gründen oder zu kaufen, die sich zu einem passenden Produktionsverbund zusammenschließen ließen.



Die "August Thyssen-Hütte Hamborn" entstand ursprünglich aus der "Gewerkschaft Deutscher Kaiser" (GDK). Es war ursprünglich ein Steinkohlen-Bergwerk in Hamborn bei Duisburg. Sie wurde 1867 eingerichtet und bekam den Namen "Gewerkschaft Hamborn". Sie bestand aus den Duisburger Grubenfeldern "Hamborn", "Neumühl" und "Rhein". Im Jahr 1871 wurde es zu Ehren des Deutschen Kaisers Wilhem I. in "Deutscher Kaiser" umbenannt. Ab 1883 begann August Thyssen "Kuxe" (Anteilsscheine) der "GDK" aufzukaufen. Im Jahr 1891 hatte er die Mehrheit erlangt.



Nun begann der Ausbau zu einer Hüttenzeche in dem er Stahlwerke, Kokereien und Walzwerke angliederte (Hüttenwerk Bruckhausen).
1913 produzierte die Gewerkschaft Deutscher Kaiser 839.000 Tonnen Rohstahl, 765.000 Tonnen Roheisen und hatte eine Walzkapazität von 795.000 Tonnen. Die Schachtanlagen der GDK förderten 1913 zusammen 4,2 Mio. t Kohle und erzeugten 1,4 Mio. t Koks.



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