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Taschenuhren mit Geschichte


Diese Uhr ist zu Ehren eines Kumpels von der Nibag (Niederschlesischen Bergbau AG) verliehen worden, anlässlich seiner langjährigen treuen Mitarbeit.

Die Uhr stammt aus der Manufaktur "Schätzle & Tschudin". Diese wurde 1909 in Weil am Rhein gegründet und war die erste Manufaktur Deutschlands, die Taschenuhrenrohwerke herstellte, sehr zum Ärger des Schweizer Uhrenverbandes. Die Weiterverarbeitung erfolgte im Zweigwerk Pforzheim zu fertigen Uhren. Die Uhren wurden unter den Uhrenmarken "Favor" und "Unidor" vertrieben. Das Markenzeichen war "S & T".




In dem 0,800er Silbergehäuse steckt ein 15-steiniges Ankerwerk (Kal.6) von "Schätzle & Tschudin".



Die Gravur auf dem Staubdeckel lautet "Für langjähr. treue Dienste Niederschlesische Bergbau A.G.".



Die Niederschlesische Bergbau A.G. wurde am 17.01.1928 gegründet und am 06.02.1928 eingetragen. Die Gesellschaft bestand aus den gesamten niederschlesischen Bergwerksbesitz, deren Kokswerke und der Chemische Fabriken AG, der Gew. Glückhilf-Friedenshoffnung und der Gew. v. Kulmiz. Im Einzelnen waren es die Gruben "Consolidierte Fuchs Grube" (Steinkohlengrube "Thorez"), "Consolidierte Glückhilf-Friedenshoffnung" (Steinkohlengrube "Viktoria"), Kulmitz (Steinkohlengrube "Mieszko") und den dazugehörigen Kokereien.


Die Anekdote zur Entdeckung der Kohle in Waldenburg geht wie folgt:
Einst weidete im Herbst, wie üblich - ein Hirtenknabe seine kleine Viehherde auf dieser Berghöhe. Um sich die Zeit zu vertreiben, wollte er Spielzeug schnitzen und suchte im Gesträuch nach einer geeigneten Holzart. Dabei bemerkte er zwischen den Sträuchern ein tiefes Loch, das ein Fuchs in die Erde gescharrt hatte. Der aus­gescharrte Haufen war "schwarze Erde", in der sich glänzende schwarze Steinwürfel befanden. Der Knabe sammelte diese Würfelsteine in seinen Taschen, um sie daheim als Spielzeug zu benutzen. Weil aber Hände und Kleider schmutzig wurden, sagte die Mutter: "Wirf das Zeug in die Asche oder ins Feuer!" Der Knabe trennte sich schweren Herzens von dem eigenartigen Spielzeug und warf es in das Feuer des Herdes. Da sah er, wie die Steine im Feuer wie Holz verzehrt wurden, die Eltern sahen es auch. Die Sache wurde unter den Leuten bekannt, und nun wußte man, dass der Fuchs brennbare Steine aus der Erde gescharrt hatte. Man begann in der Fuchsgrube nachzugraben und förderte die glänzenden schwarzen Steine massenhaft ans Tageslicht. Der Name "Fuchsgrube" blieb bestehen, und sie wurde der erste Kohlenschacht im Waldenburger Gebiet.



Berühmt wurde der Fuchsstollen, weil zum Befördern des Fördergutes Boote genutzt wurden. Dabei wurde ein Niederstollen der ins Bergwerk führte mit Wasser gefüllt. Dieser reichte bis zu den Kohleflötzen. Der Fuchsstollen war der erste schiffbare Stollem im Steinkohlebergbau auf dem europäischen Kontinent. Die Schiffbarkeit wurde auch schon bald als touristische Attraktion genutzt.



Juliusschacht der Fuchsgrube

Die weitere Geschichte der NIBAG kurz zusammengefasst: Beteiligungen bis 1945:
1. Niederschlesische Benzolfabrik GmbH, Waldenburg.
2. Niederschlesisches Steinkohlen-Syndikat GmbH, Waldenburg (Schles.).
Großaktionär damals: Schering AG, Berlin (59%). 1946 Sitz nach Essen verlegt. Seit 1951 Abwicklung. 1964 Ausgabe von RM-Aktien mit LB und Liquidations-Anteilscheinen. Später verlagert nach Oberhausen. 1978 erloschen.



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