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Taschenuhren mit Geschichte

Ausgegeben wurde diese Uhr von den
A. Riebeckschen Montanwerken.


Das Zifferblatt der Uhr ist mit "Lotus" gekennzeichnet. Die Uhr stammt von der Manufaktur "Erhardt & Mentha". Gegründet wurde sie am 10.11.1902. Später im Jahr 1918 wurde sie umbenannt in "Fabrique d´Horlogerie de Fontenais-Porrentruy SA.".



Die Manufaktur war als Hersteller hochwertiger Taschenuhren bekannt. Ein anderer Name der Manufaktur war "Globe Watch Co.". Unter den Marken "Feria", "Lotus" und "Rhea" wurden die Uhren verkauft.



Sehr schön ist das Relief mit dem Bergbauemblem und dem Schriftzug "Glück auf !".



In dem 0,800er Silbergehäuse steckt ein 15-steiniges Ankerwerk von "A.Rossel-Conrad, Fabrique des Montres La Trame".



Zur Manufaktur "La Trame" ist nicht viel bekannt. Erstmals erwähnt wird sie im Jahr 1916. Sie bot seinerzeit Uhren mit Uhrwerken an, dessen Bauteile auswechselbar waren in den unterschiedlichen Kalibergrößen, also auch Armbanduhren.



Die Firma wurde von André Rossel-Conrad gegründet. Sie war in Tramelan-Dessus angesiedelt. Später wurde sie nach Biel verlegt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie umfirmiert in "ARCO SA". Im Jahr 1966 wurde sie letztmalig erwähnt.



André Rossel-Conrad (No.48)

Marken der Firma waren neben "La Trame" auch "Tramo", "Conform", "Cybele", "A.R.C.", "ARC", "Arco", "Guanabara", und "Saturno".



Die Gravur auf dem Staubdeckel lautet "Für 25 jährige treue Dienstzeit A. Riebecksche Montan-Werke 1909".



Die A.Riebeckschen Montanwerke AG wurden im Juni 1883 von den Erben Carl Adolf Riebeck gegründet. Dabei wurde sie in eine Aktiengesellschaft überführt. Der eigentliche Gründer ist aber Carl Adolf Riebeck (1821 -1883).



Carl Adolf Riebeck (1821 -1883)

Carl Adolf Riebeck wurde am 27. September 1821 in Clausthal geboren und stammt aus einer altansääsigen Harzer Bergbaufamilie, die ab 1827 in der Nähe von Harzgerode ansässig war. Sein Vater war Steiger und Markscheidergehilfe. Carl Adolf Riebeck selbst war als 10-jähriges Kind als sogenannter Pochjunge auf der Halde zum Erzausschlagen tätig und trug so zum Lebensunterhalt der Familie bei. Nach der Schulausbildung wurde er Bergjunge und Lehrhauer. Später verließ er die Heimat und arbeitete in den Braunkohlegruben um Zeitz und Weißenberg. Über den Weg als Steiger und Bohrmeister übernahm er 25-jährig die Leitung eines Alaunwerkes im Bezirk Frankfurt/Oder. 1847 heiratete er Marie Renke. In der Revolution von 1848 wurde er wegen "politisch motivierte Steuerverweigerung" auffällig und verbüßte eine Haftstrafe in Sonnenberg. Nach seiner Entlassung im Jahr 1851 setzte er seine Karriere im Bergbau fort und über den Obersteiger zum Berginspektor.
Schon früh erkannte er den Wert der teerreichen Braunkohle und machte sich 1858 selbstständig und erwarb Bergbaufelder in Bitterfelder und Weißenberger Raum.


Er entwickelte Veredlungsmöglichkeiten der "gelben" Kohle, die sich durch ein hohen Bitumengehalt auszeichnete. Er ließ Schwelereien bauen in denen sich Teer aus der Braunkohle gewinnen ließ und verarbeitet diesen weiter zu Mineralölen und Parrafinen. Aufgrund der hohen Nachfrage erwarb er mit Hilfe eines Kreditgebers weitere Bergbaufelder und baute Fabriken. Nach wenigen Jahren war der Kredit abgezahlt.
Bemerkenswert ist die Entwicklung von nicht rußenden Kerzen, die ein weltweiter Verkaufsschlager wurden.



Insgesamt verfügte sein Unternehmen neben den Bergbaugruben und Schwelereien auch noch Ziegeleien, Eisengießereien und Kesselschmieden. Er besaß einen eigenen Fuhrpark und baute Straßen. Außerdem stellte er in einer eigenen Fabrik aus Kohlestaub Briketts her und wurde 1882 zum größten Briketterzeuger Deutschlands.



1866 wurde der Wohn- und Geschäftssitz nach Halle verlegt. Bemerkenswert ist auch, dass er einer der wenigen Unternehmer war, die für seine Arbeiter Kranken- und Pensionskasse einrichtete.



Arbeiter der Mineralöl- und Paraffinfabrik Bunge

Am 28.01.1883 verstarb er und hinterließ ein gewaltiges Erbe von 15 Bergwerken, 21 Schwelereien, 27 Brikettpressen, Rittergüter, Ziegeleien und einer Brauerei.
Er hatte insgesamt 17 Kinder aus erster Ehe und 2 aus der zweiten Ehe mit Emilie Balthasar. Von seinen Kindern erreichten nur 8 das Erwachsenenalter. Unter diesen 8 fanden sich nur 2 Söhne, und zwar Paul Riebeck (09.10.1859-10.10.1889) sowie Emil Riebeck (1853-1885).


Ersterer war Industrieller und gründete die noch heute existierende Paul-Riebeck-Stiftung, die sich um Alte und Kranke kümmerte. Dazu wurde das Paul-Riebeck-Stift 1896 nach 2-jähriger Bauzeit eröffnet und war die größte soziale Einrichtung in der Stadt Halle (Saale).
Emil Riebeck war ein berühmter Ethnologe. Auf Forschungsreisen legte er sich eine umfangreiche Sammlung von kunstgewerblichen und ethnographischen Gegenständen zu. Diese gingen zum Teil an Museen in Berlin, Wien und Weimar. Ein großer Teil der Sammlung erhielt die Stadt Halle als Universalerbin nach dem Ableben beider Brüder.



Fabrik in Webau um 1860

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