S(amuel). Smith & Son




Im Jahr 1851 gründete Samuel Smith ein Uhrengeschäft in London. Es war in 149/151 Newington Causeway angesiedelt. Angesichts schnellem und freundlichem Service wurde die Niederlassung von den Londonern gerne angenommen.



Samuel Smith sen.

Über dem Geschäftsgründer ist nicht viel bekannt. Man weiss, dass er 1826 in Ilford zu Welt kam. Vermutlich erhielt er auch hier seine Ausbildung zum Silberschmied. Nach der Geschäftsgründung lebte mit seiner vier Jahre jüngeren Frau Amelia, geboren in dem Londoner Stadtteil Southwark, und seinem einjährigen Sohn Samuel jun. (geb. 1850 in Southwark) in 2 Richmond Street.
1861 befand sich seine Wohnung in Brixton Hill, Streatham. Als weiteren Nachwuchs hat sich Amelia Jane (geb. 1852 in Newington), Joseph J.(geb. 1857 in Newington), Alice (geb. 1858 in Streatham) und Edith Annie (geb. 1860 in Sreatham) eingefunden. Zu dieser Zeit verfügte die Familie bereits über einen Diener.
1871 lebte die Familie bereits in einem eigenen Haus, und zwar im Wilton House, 7 Brixton Rise in Brixton. Sie verfügte bereits über drei Diener. Auch die Anzahl der Kinder hat sich durch Amy (geb. 1862 in Lambeth), Kate (geb. 1864 in Lambeth), Emily (geb. 1865 in Lambeth), Jessie (geb. 1867 in Lambeth) und Ada Florence (geb. 1869 in Lambeth) auf neun erhöht.
Diese Aufzählung führe ich aus, um darauf hinzuweisen, wieviel Wohlstand der Familie durch das Geschäft erwuchs.
Bereits mit 49 Jahren, also 1875 verstarb Samuel sen.



Samuel Smith jun.

Derjenige aber, der das Geschäft expandieren liess und zu einem Konzern ausbaute, war Samuel Smith jun.. Dieser eröffnete im Jahr 1873 unabhängig vom Vater ein Juwellier- und Uhrmachergeschäft in Strand 9, London. Es folgten weitere Zweigstellen in Piccadilly und Trafalgar Square.
Samuel jun. war verheiratet mit Annie (geb. 1853 in Pimlico). Mit ihr hatte er fünf Kinder: Herbert S. (geb. 1874 in St. Clement Danes), Ethel A. (geb. 1876 in Lambeth), Cyril A. (geb. 1878 in Clapham), Elsie M. (geb. 1880 in Clapham) und Allan Gordon (geb. 1881 in Clapham). Letztere spielt in der Firmengeschichte noch eine entscheidende Rolle. Er lebte mit seiner Familie im Jahr 1881 im Oakbrook, King's Road in Clapham. Er hatte vier Diener. Im Jahr 1901 wohnte er in Holland Park in London mit 3 Dienern und 1914 in 56 Redington Road in Hampstead. Zu dieser Zeit war er der Vorsitzende des Smith-Konzerns.



Die Produkte der Firma umfassten sämtliche Sorten von Uhren, Goldschmiedearbeiten und optischen Instrumenten. Die Uhren wurden aber nur teilweise in Eigenproduktion hergestellt. Ein Großteil wurde eingekauft. Dabei achtete man auf hochwertigste Qualität. Dieses führte dazu, dass sich die Firma schon bald als 'watchmaker to the Admirality' bezeichnen durfte. Uhren erlangten nämlich regelmäßig Certifikate der Royal Observatory in Kew und erreichten Spitzenplätze bei Wettbewerben von 1885-1898.
Ab 1900 begann man auch Messgeräte wie Kilometerzähler und Geschwindigkeitsmesser für die aufkommende Autoindustrie zu bauen. Herstellungsort war das sogenannte 'Speedometer House'. Später wurde dieser Produktionszweig in die Niederlassung in der Great Portland Street ausgegliedert. Leiter der neuen Firma wurde Samuels jüngster Sohn Allan Gordon Smith.



Allan Gordon Smith

Allan G. erlernte die Uhrmacherei in der Schweiz und kehrte anschließend zurück. Hier wurde er der Manager der Motor Accessorries Branch und Direktor (ab 1914) von S.Smith & Son. Später war er auch der Chairman der Smiths Aircraft Instruments. 1951 starb er.



Im Jahr 1914 ging die Firma an die Börse mit einem Grundkapital von 100000 Pfund. Sie wurde der größte Autozulieferer Großbritanniens.
Bezüglich Uhren ging man mit der Zeit und bot natürlich auch Armbanduhren an. Borduhren für die aufkommende Luftfahrtindustrie gehörten ebenfalls zum Repertoire. Letztere Produkte gingen unter 'Smiths Aircraft Instruments' als eigene Betriebszweig an den Start. Während des 1. und 2. WKs wurden Flugzeuge mit Smith-Instrumente ausgestattet. Das setzte sich auch in der Nachkriegszeit für Passagierflugzeuge fort. Smith entwickelte z.B. auch den Auto-Piloten.



In den 30ern ließ sich Smith ein Patent für elektrische Synchron-Uhren sichern (Abb.s.o.). Als weiteres horologisches Highlight der Firma darf nicht unerwähnt bleiben, dass Sir Edmund Hillary 1953 bei der Erstbesteigung des Mt. Everst eine Armbanduhr der porträtierten Firma trug (Abb.s.u.). Aber auch bei der Commonwealth Trans-Arctic Expedition 1956 griff man auf Smith-Instrumentarium zurück.



In den 80ern beschloss man den horologischen Betriebszweig aufzugeben. Die letzte Uhrenfabrik wurde im Jahr 1983 geschlossen. Man konzentriete sich auf die anderen Produktchargen. Der Konzern existiert heute noch.




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