LeCoultre


Über die Manufaktur "LeCoultre" ist schon viel geschrieben worden, so dass ich mich auf die wichtigsten Daten beschränken kann.



Begründer der Manufaktur waren Charles-Antoine LeCoultre (1803-1881) sowie dessen Bruder Ulysse. Gegründet wurde sie im Jahr 1833. Die Brüder stammten aus einer Hugenottenfamilie, die im 16.Jahrhundert aus Frankreich in die Schweiz auswanderte und sich dauerhaft im Joux-Tal niederließ.
Charles-Antoine erlernte sein Handwerk im väterlichen Betrieb in Le Sentier. Schon früh begann er den Uhrenbau durch eigene Entwicklungen zu revolutionieren. Erwähnenswert ist das sogenannte "Milionomètre". Bekannt wurde aber der Kronenaufzug mit Wippe, einer Erfindung aus dem Jahr 1847. Berühmt wurde die Manufaktur aber mit ihren komplizierten Taschenuhren, welche zu den besten ihrer Zeit gehörten.
Charles-Antoine hatte drei Söhne, Élie, Paul und Benjamin, welche den väterlichen Betrieb übernahmen und ihn zu und ihn zu einer Fabrik ausbauten. Die Firma erhielt den Namen "LeCoultre & Cie". Wichtig ist, dass die Manufaktur ab 1902 für die folgenden 30 Jahre Uhrwerke für "Patek Philippe" herstellte.
Nochmals wichtig ist die Verbindung zu dem Pariser Uhrmacher Edmond Jaeger. Seine Entwürfe ermöglichten den Bau der flachsten Taschenuhr der Welt (Kal.145: 1,38mm hoch). Schlussendlich führte diese Zusammenarbeit zum Zusammenschluß zu "Jaeger-LeCoultre" im Jahr 1917.



Bezugnehmend auf das oben erwähnte flachste Uhrwerk weltweit, entwickelte "LeCoultre" 1929 das kleinste mechanische Uhrwerk der Welt (Kaliber 101, bis heute ungeschlagen). Es entstand aus der auf die Spitze getriebenen Weiterentwicklung eines Uhrwerkes, welches zweistöckig aufgebaut ist. Es handelt sich dabei um die 1925 entwickelte "Duoplan" einem Baguettekaliber (Abb. s.o.).



Ein wichtiger uhrmacherischer Leckerbissen war die "Atmos", einer Uhr die durch Schwankungen des Luftdrucks angetrieben wurde. Erfunden wurde das System von Jean-Léon Reutter, welcher sein Patent 1930 an Edmond Jaeger verkaufte.



Als weitere berühmte Uhr darf die "Memovox" nicht vergessen werden, einem Armbandwecker, der ab 1951 produziert wurde.



Auch möchte ich noch auf die "Reverso" hinweisen. Entstanden ist sie, weil die Engländer in Indien leidenschaftlich gerne Polo spielten. Dabei kam es immer wieder zu Glasbrüchen. Durch das Umdrehen der Uhr auf den Rücken war nun das Glas geschützt.
1938 kam es zum Zusammenschluß von "Vacheron Constantin" und "Jaeger-LeCoultre" zur "SAPIC". Beide Firmen trennten sich im Jahr 1965 wieder voneinander.
1969 kaufte "Favre-Leuba" die Manufaktur. 1978 ging sie mehrheitlich an die "VDO". Mannesmann übernahm die "VDO" im Jahr 1991. Im Jahr 2000 verkaufte sie die Anteile an den "Richmont"-Konzern.





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