"B. Haas & Cie." - "B. Haas Jeune & Cie." - "Haas Neveux & Cie."



Die Uhrenmanufaktur "B. Haas & Cie." wurde 1848 gegründet. Die Firmengründer waren die Brüder Benjamin und Leopold Haas.
Benjamin Haas, nach dem die Manufaktur ihren Namen erhielt, kam am 06. Juni 1829 in Kembs (Haut Rhin) zur Welt. Sein älterer Bruder Leopold erblickte am 09. Juni 1827 ebenfalls in Kembs das Licht der Welt. Sie waren die Söhne des Meyer Marc Haas (*05.04.1797 in Colmar, Haut Rhin,+1838) und seiner Gattin Sara Haas, geb. Brunschwig (*17.04.1799 in Kembs, Haut Rhin,+29.07.1842 in Colmar, Haut Rhin).
Meyer Marcs Eltern waren Gaspard Haas (*10.06.1766 in Rixheim, Haut Rhin) und Marie-Anne Merlé Haas (*~1778 in Wettolsheim, Haut Rhin), geb. Brunschwig. Gaspard wiederum war der Sohn von Philip Haas (*1730 in Rixheim, Haut Rhin) und dessen Frau Sara Haas (*1736 in Vieux Brisach).
Sowohl Benjamin wie auch Leopold wurden zum "Chevalier de la Légion d'honneur" ernannt. Bei Benjamin geschah dies am 07. Juli 1874. Bei Leopold ist das genaue Datum nicht bekannt. Benjamin verstarb am 11.08.1925 in Paris. Leopold verstarb bereits am 27. Februar 1915 ebenfalls in Paris.



Die erste Niederlaage fand die Manufaktur in Genf am Quai de Montblanc. Hier war auch das Stammhaus angesiedelt. Es folgten im Verlauf weitere Standorte in Paris oder Besancon und auch in New York (1930, 5th Avenue) und Cannes.



Die Firma erwarb sich durch ihre aussergewöhnlich hochwertigen Uhren einen excellenten Ruf. Minuten-Repetitionsuhren, Schleppzeiger-Chronographen und Ewige Kalender waren Standardprodukte der Manufaktur. Regelmäßig erwarben die Uhren Qualitätssiegel, wie dem "Poincon de Geneve" (s.u.).



heutige Bedingungen:
Produktion, Zusammenbau und Regulierung des Uhrwerks erfolgt ausschließlich auf dem Genfer Kantonsterritorium
Höchste Qualität sämtlicher Bestandteile eines Uhrwerks
Sämtliche Stahlkanten, Schraubenköpfe und weitere, genau definierte Oberflächen müssen geschliffen oder poliert sein
Vorgeschriebene Rubinlager
Bestimmte Konstruktionsmerkmale bei der Mechanik
Eine Ganggenauigkeit von unter einer Minute pro Tag über sieben Tage
Die Funktion des Kalenders vom 26. Februar an über sieben Tage
24 Stunden Wasserdichtigkeit
24 Stunden Gangreserve


Erwähnenswert ist eine Erfindung von Benjamin Haas, bei der bei Sprungdeckel-Taschenuhren beim Zuklappen des Deckels die Uhr aufgezogen wird (brit. Patent 3945 vom 02.12.1873). Diese Erfindung erlangte große Beliebtheit bei anderen Uhrenherstellern und wurde von ihnen gegen eine Lizenzgebühr häufig verbaut.



Die bronzene Medaille gewann die Firma 1867 auf der Pariser Ausstellung, gefolgt von einem Preis in Wien im Jahr 1873 und der silbernen Medaille in Paris 1878. Auf dem Genfer Chronometer Contest 1878-79 gewann sie zwei 3. Preise (die Feinstellung erfolgte durch Georges Reymond). Es folgte die Silbermedaille auf der "L'Industrie Horlogère Suisse" im Jahr 1881. Auf dieser Industrieausstellung wurde B. Haas & Cie. besonders gelobt, weil sie Uhren aller Arten in Gold und Silber herstellen konnte und auch keine Komplikationen scheute. 1902 errang die Firma den ersten Preis auf dem Chronometer Wettbewerb des Genfer Observatoriums. 1914 errang sie ihn erneut.



Oben ist ein Patent von Gustave Trouvé zu sehen. Dieses ermöglichte eine Beleuchtung der Zifferblätter von Pendulen. Gustave Trouvé war Elektroingenieur bei der Manufaktur.
1886 entwickelte die Firma eine Damenuhr mit einem extrem flachen Uhrwerk von nur 2mm. 1914 gelang ihr sogar der Bau eines Uhrwerks mit einer Bauhöhe von nur 1,3 mm. Ab 1918 verkaufte sie zum ersten Mal Armbanduhren mit Minutenrepetition.
Uhrwerke der Manufaktur wurden auch von anderen renommierten Firmen in eigene Uhren verwendet. Diesbezüglich liegt mir z.B. ein Foto mit einem Uhrwerk der hier vorgestellten Firma und der Markung von "Audemars Piguet" vor.
Die Manufaktur benannte sich mehrfach um. Es begann mit "B. Haas & Cie.", gefolgt von "B. Haas Jeune & Cie." (ab 1884) und "Haas, Neveux & Cie." (ab 1901). Sie existiert heute noch. Uhren sind heute mit der Marke "HNC" in einem Oval über einem laufenden Hasen versehen.


Haas-Kal.: ?'''; 18 Jew.; 18000 A/h; 4 Adjts.;




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