Columbus Watch Co. 1874-94

Der in Osthofen geborene deutsche Uhrmacherlehrling Dietrich Gruen (1847-1911) setzte die Ausbildung in der Schweiz für 3 Jahre fort. 1869 verließ er Europa in Richtung Amerika. 1874 gründete er in Columbus Ohio eine Uhrenhandelsfirma (importierte Schweizer Werke in amerikanische Gehäuse). Entsprechende Lieferverträge mit Schweizer Uhrenmanufakturen waren zuvor in Biel geschlossen worden. Ein enger Mitarbeiter und Vertrauter war J.W. Savage, der Die Uhrmacherei in Freiburg im Breisgau erlernt hatte.

Dietrich Gruen (1847-1911)

Die importierten Werke verfügten nicht über verschraubte Chatons und Feinreglagen (i. Gegensatz zu am. Werken). Auffällig war die zweite Deckplatine als Schutz für den Zapfen des Minutenrades "Gruen´s Pat: Pinion" oder auch "Safety Pinion" genannt.

Ab 1882 wurde die Firma um eine eigene Uhrenproduktion erweitert. Das erste eigene Uhrwerk wurde 1883 gebaut. Es erhielt in Fortsetzung der vorher verkauften Werke die No. 20022. Es war das Modell 1, ein 18 Size Vollplatinenwerk mit verschraubtem Aufzugsvierkantlager und einen überlangen Rückzeiger. Ab dem Modell 2, einer Savonette und Modell 3, einer Lepine waren die Lager verschraubt und wurden über eine Krone aufgezogen. Spitzenmodelle waren "Columbus King" und "Railway King" mit 23 oder 25 Jewels. 1885 betrug der Tagesaustoss bereits 150 Stück. Beachtenswert ist das Design der 16 Size Modelle, welche es in der 7 - 16 Jewels Version gab. 1894 verließ D. Gruen die Firma um sich anderen Projekten zu widmen.


New Columbus Watch Co. 1894-1902

Mit Gruens Verlassen der Firma drohte die Schließung. Neue Gesellschafter wussten es aber zu verhindern. Es wurde die "New Columbus Watch Co." gegründet. Es wurden in dieser Periode ca. 80000 Uhren produziert.


South Bend Watch Co. 1902-29

1902 erwarben die Brüder George, Clement und J.M. Studebaker die Firma und verlegten sie von Columbus /Ohio nach South Bend /Indiana. Mit dem Umzug erhielt sie auch einen neuen Namen: "South Bend Watch Co.". Bereits 1903 verliessen die ersten Uhren das Werk. Sie begannen mit der Seriennummer 300000. Der jährliche Ausstoss erreichte schon bald die 40000 Stück. Die ersten 18 Size Modelle ähnelten noch sehr den Columbusuhren. Die 16 Size Modelle hatten aber mit ihrer 3/4 Platine ein völlig neues Aussehen. Spitzenmodelle waren die "Polaris" und die "Studebaker". Die Kaliber hatten 3-stellige Nummern: 18 Size=300er, 16 Size=200er, 0 Size=100er und die 12 Size=400er Nummern. 1929 wurde die Firma geschlossen. Die noch verwerteten Restwerke hatten eine Seriennummer von >1200000.

JahrSeriennummer
1903bis 380000
1908bis 544000
1913bis 700000
1918bis 864000
1923bis 1028000
1929bis 1200000

South Bend-Kal.207: 16 Sz.; 15 /17 Jew.; 18000 A/h; Ankerw.; Lep.; Feinregl.;




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