L.U.C. Chopard



Im Jahr 1860 gründete der Uhrmacher Louis Ulysse Chopard (04.05.1836-30.01.1915) eine Uhrenmanufaktur in Sonvilier. Diese produzierte Präzisions-Taschenuhren aber auch Werke für andere Firmen. Unter anderem belieferte sie auch die Schweizer Eisenbahn.
Chopard stammte aus einer Uhrmacherfamilie, die zwar kein eigenes Geschäft besass, aber ab 1730 im Nebenerwerb zur Landwirtschaft Uhrenteile für andere namhafte Manufakturen baute. Bauern, die sich so ein Zubrot verdienten nannte man "paysans-horlogers".
Sein Vater, Félicien Chopard, hatte mit seiner Gattin Henriette, geborene Marchand, vier Kinder. Louis Ulysse war der Zweitgeborene. Es ist dem Vater zu verdanken dass er eine Uhrmacherausbildung erhielt.
Louis Ulysse erkannte schnell, dass die Uhrenhändler den größten Profit aus der Uhrenmacherei bezogen.



Louis Ulysse Chopard

Er machte sich deshalb mit 24 Jahren selbstständig. Zunächst richtete er eine sogenannte Etablissage-Werkstatt ein und baute Uhren aus zugekauften Teilen. Über seiner Werkstatt prangte das Firmen-Enblem "L.U.C.". Es bedeutete nichts anderes als Louis Ulysse Chopard. Seine ersten Produkte waren noch dick und schwer. Dieses änderte sich aber schon bald und er stellte elegante flache hochwertige Uhren mit Kronenaufzug her. Seine Spitzenprodukte waren Chronometer von erster Güte, auf die sich der gute Name "Chopard" gründete.



Werkstatt in Sontvilier

Die Manufaktur war sehr erfolgreich, was sich auch an 150 Mitarbeitern in ihrer Blütezeit zeigte. Nicht die Massenproduktion wurde angestrebt, sondern ihre Uhren zeichneten sich durch Eleganz, Funktionalität und modischen Design aus. Die Manufaktur erlangte dadurch einen internationalen Ruf. Sie vertrieb die Uhren auch in die Niederlande, Ungarn, Polen und Russland. Hier präsentierte Louis Ulysse Chopard seine Uhren sogar am Hof des Zaren Nikolaus II..
1881 gewann die Firma auf der Nationalen Ausstellung in La-Chaux-de-Fonds die Ehrenmedaille und 1883 ein Diplom auf der nationalen Ausstellung in Zürich. Louis Ulysse war auch ein genialer Erfinder. Bekannt wurde sein Gesperr aus dem Jahr 1913 (65947) und sein Unruhkloben aus dem Jahr 1915 (67934).




Er hatte zwei Kinder, Paul-Louis, geb. 1859 und Ida Hélène, geb.1870. Nach dem Tod von Louis Ulysse Chopard übernahm sein Sohn Paul Louis Chopard die Firma. Dabei wurde 1921 die Manufaktur nach La-Chaux de Fonds verlegt und die Produktion hochwertiger Uhren erfolgreich fortgesetzt. 1937 folgte die Verlegung der Firma in die Hauptstadt der Uhrenfertigung nach Genf.
1963 wurde sie mit dem Namen "Le Petit-fils de L.U. Chopard et Cie, Fabrique des Montres L.U.C." von Paul André Chopard, Enkelsohn des Gründers, an die Familie Scheufele verkauft. Paul André Chopards Kinder hatten nämlich kein Interesse an der Weiterführung des Betriebes, wodurch ein interfamiliäre Nachfolger fehlte.

F.A. Karl Scheufele


Karl Scheufele Sen. (1877-1941)

Im Jahr 1904 gründete Karl Scheufele in Pforzheim eine Manufaktur für Kleinjuwelen. Karl Scheufele wurde am 06.08.1877 in Pforzheim geboren. 1891 begann er eine Lehre bei der Bijouteriefabrik Wilhelm Kreis in Pforzheim. Mit 18 Jahren ging er freiwillig zum Militär. Nach seiner Entlassung arbeitete er als Handlungsreidender für die Firma Louis Fließler & Co., bis er wie oben gesagt 1904 eine eigene Firma gründete. Zunächst stellte die Firma Goldbijouterie her. 1911 verließen aber die ersten Armbnaduhren die Fabrik. Diese waren mit Schweizer Werken ausgestattet.
Karl Scheufele heiratet kurz nach der Firmengründung Paula, geb. Haecker. Aus dieser Ehe entstanden drei Kinder. Karl Scheufele wurde zum 1.WK eingezogen. Anschließend widmete er sich wieder seiner Firma. Er gab die Bijouterieherstellung auf und wandte sich der ausschließlichen Uhrenherstellung zu. Ein Patent auf eine Uhrklammer namens "Eszeha" wurde von Karl Scheufele erworben. Mit dieser Klammer konnten Damen ihre Taschen- und Halsuhren am Handgelenk tragen. Markennamen der Manufaktur waren ´Eszeha´ und ´Idol´.
Er führte seinen Sohn in die Geschäftsführung ein. 1941 verstarb er. Sein Sohn führte die Firma weiter.
1963 erwarb Karl Scheufele (*1938), Enkel des Firmengründers, die Manufaktur Chopard.



Karl Scheufele (Enkel d. Firmengründers)

Damit begann der Aufstieg zu einem der erfolgreichsten Uhren- und Schmuckproduzenten. Die Fertigungsbetriebe sind in der Schweiz, Genf und Fleurier, aber auch in Deutschland, Pforzheim, angesiedelt. Speziell für Uhren wurde 1996 in Fleurier eine eigene Uhrenmanufaktur gegründet unter dem Namen "L.U.C.". Hier werden jährlich ca. 3000 Uhrwerke entwickelt und gebaut. Alle Werke sind mit einem COSC-Zertifikat (Chronometer-Zertifikat) und dem Prüfsiegel der FQF (Fondation Qualité Fleurier) ausgestattet.
Aber auch in der Schmuckherstellung machte sich die Firma einen Namen. Nicht unerwähnt bleiben darf die Erfindung frei beweglicher Diamanten in einer festen Form in den 80ern.




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