Alpina




Im Jahr 1883 schlossen sich viele Hersteller und Händler zuzsammen um in der Schweiz eine Genossenschaft zu gründen, welche sich zum Ziel setzte kostengünstig Uhren herzustellen und zu vertreiben. Ihren Sitz hatte sie in Biel (ab 1890) und firmierte unter dem Namen "Schweizerische Uhrmacher-Corporation". Bekannt wurde sie aber unter der Bezeichnung "Union Horlogère". Treibende Kraft für die Gründung der Genossenschaft war ein Uhrmacher namens Gottlieb Hauser.



1900

Es wurden Uhren im unteren und mittleren Preissegment hergestellt und verkauft. Da das Projekt zunehmend erfolgreich wurde, schlossen sich immer mehr Hersteller und Händler, auch international, an, was von von den übrigen Uhrenmanufaktur mit sehr viel Argwohn beobachtet wurde. Es wurden sogar eigene Kaliber entwickelt, gebaut und vertrieben. Eine Ebauchefabrik war in Genf angesiedelt und firmierte unter dem Namen "Duret & Colonnaz".
Später erwarb man Rohwerke von der Firma "J. Straub & Co.". Diese Firma wurde im Jahr 1883 vom gleichnamigen Jacob Straub (01.10.1855-17.12.1928) gegründet und war ebenfalls in Biel ansässig. Die Rohwerke der Firma waren mit der Marke "Alpina" gemarkt (Straub hatte sich den Namen schützen lassen). Der Name erwies als verkaufsfördernd. Da die Geschäftsbeziehungen zwischen "J. Straub & Co." und "Union Horlogère" immer enger wurden, lag es nahe den Namen auch auf Produkte der Genossenschaft zu erweitern. Hochwertige Uhren erhielten daher den Namen "Alpina", einfachere Kaliber die Namen "Festa", "Novice", "A-werk" oder "Terval". Es folgte daher schon bald die Umbennung der Genossenschaft in "Vereinigte Uhrenfabriken Alpina A.G." (1915).



Biel 1910

Mitglieder der Genossenschaft waren unter anderem: "J. Straub & Co., Biel", "Kurth Freres, Grenchen" (Certina), "Duret & Colonnaz, Genf", "Schwob Freres & Co, La Chaux-de-Fonds" (Cyma), "Robert Frères, Villeret" (Minerva), "Moeris, Saint-Imier", "J. Assmann, Glashütte", "Gruen Watch", "Aegler, Hermann Aegler S.A, Biel" (Rolex), u.a..
Dazu kammen noch viele Einzelhändler aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Niederlande, Ungarn und Dänemark.




Die größte Gruppe an Einzelhändlern kam aus Deutschland. Es bot sich daher an eine deutsche Generalvertretung in Berlin zu gründen. Die daraufhin 1899 gegründete Genossenschaft firmierte unter dem Namen "Alpina Berlin". Den Leitungsposten erhielt Emil Rothmann. Diesen übernahm später dessen Bruder Richard Rothmann.




Um auch im hochwertigen Segment Produkte anbieten zu können, konnte "Julius Assmann, Glashütte" als Mitglied gewonnen werden. Dieser trat aber 1904 wieder aus. Daraufhin gründete die "Union Horlogère" im Jahr 1909 die "Präcisions-Uhrenfabrik Alpina, Glashütte". Bei den Uhren wurden Schweizer Rohwerke (von "Duret & Colonnaz") mit Glashütter Gangelementen ausgestattet und als Glashütter Uhren verkauft. Das wiederum löste Ärger mit ortsansässigen Manufakturen aus, speziell mit "Lange & Söhne, Glashütte". Eine juristische Auseinandersetzung konnte bei zwischenzeitlichem Beginn des 1.WK nicht zum Ende geführt werden. Danach in den 20gern ging die Manufaktur in den Konkurs.




Aus politischen Gründen kam es 1917 zu einer Abtrennung des deutschen Zweigs der Genossenschaft. Die jetzt unabhängige Genossenschaft firmierte unter der Bezeichnung "Alpina Deutsche Uhrmacher-Genossenschaft GmbH" (ADUG). Im Jahr 1942 kam es zu einer Umbennung der deutschen Genossenschaft in "Deutsche Uhrmacher-Genossenschaft Alpina" (Dugena).
Nach dem 2.WK war Berlin, aufgrund der Teilung Deutschlands in Besatzungszonen, als Sitz der Genossenschaft nicht praktikabel. Sie wurde daher umorganisiert und erhielt 1948 ihren neuen Sitz in Darmstadt. Der neue Leiter und Nachfolger von Richard Rothmann wurde Willi Tempel. Unter ihm prosperierte "Dugena" zu einem der bedeutesten Unternehmen in Westdeutschland mit mehr als 2000 Fachgeschäften. Es wurden Ebauches von "Alpina Straub", "Helvetia", "Buren", "Ebauches SA", "Bifora", "Durowe", "Förster", "Kasper", "Otero", "Osco" und "PUW" sowie von "Miyota" und "Epson" verwendet.
1973 wurde die Genossenschaft aufgelöst und in eine GmbH verwandelt. 1993 folgte der Verkauf nach Hongkong ("EganaGoldpfeil"). 2009 wurde sie von der "Nova Tempora Uhren und Schmuck GmbH, Dietzenbach" zurückgekauft.





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