Edward Massey London


Unter Uhrenfreunden ist der Name "Massey" ein Begriff. Er steht für qualitätsvolle Uhren, die mit der sogenannten "Massey-Hemmung" ausgestattet sind. Massey hatte diese Art der Ankerhemmung selbst entwickelt. Andere berühmte britische Uhrmacher haben diese Hemmung übernommen und in ihre eigenen Uhren verbaut. Hier möchte beispielhaft Robert Roskell aus Liverpool erwähnen, dessen Biographie hier auf meiner Homepage ausführlich beschrieben wird.
Insgesamt entwickelte Edward Massey fünf unterschiedliche Varianten seiner freien Ankerhemmung. Kommen wir zu seiner Biographie:
Bereits sein Vater war ein Uhrmacher. Edward Massey (sen.) kam 1740 zur Welt (+1813 Newcastle-under-Lyme). Wo er geboren wurde und wo er seine Ausbildung erhielt ist nicht bekannt. Eventuell stammt er von der Uhrmacherfamilie Massey aus Eccleshall. Er war römisch-katholisch und ließ sich 1763 in Newcastle-under-Lyme als Uhrmacher nieder. Er war ein kompetenter Mechaniker. Nichtsdestotrotz mußte er im Jahr 1778 Insolvenz anmelden. Er heiratete Ann (?). Mit ihr setzte er acht Kinder in die Welt. Edward (jun.) war sein Ältester.

Geboren wird Edward Massey (jun.) im Jahr 1768 in Newcastle-under-Lyme. Er war ein Entwickler und Erfinder mit universalen mechanischen Kenntnissen. Neben der Uhrenmechanik entwickelte er auch Geräte für die Marine, mit denen man die Geschwindigkeit oder die Wassertiefe messen konnte. Diese Erfindungen wurden patentiert.



Massey III

Das Problem der britischen und kontinentalen Uhrmacherei war die Herstellung von guten bezahlbaren Erzeugnissen in ausreichender Anzahl. Hierzu leistete Massey einen entscheidenden Beitrag durch seine Erfindungen. Seine 'detached lever escapements' boten die Möglichkeit Uhrwerke in guter Qualität und in hohen Stückzahlen herzustellen.
Ausgehend von der Rechenankerhemmung Peter Litherlands bzw. Thomas Mudges bestand Masseys Erfindung in der Reduktion des Rechens auf nur eine Gabel. Ausserdem besass der Trieb der Unruhwelle nur noch einen Zahn. Diese Kombination erlaubte die freie Schwingung der Unruhe. Seine Erfindung ließ er sich in den Jahren 1812 und 1814 patentieren. Sie war revolutionär und wurde gerne von anderen britischen Uhrmachern übernommen und weiterentwickelt. Schlußendlich führte seine Erfindung zu der typischen englischen Spitzzahnankerhemmung.
Insgesamt gibt es, wie bereits oben erwähnt, fünf Varianten seiner Hemmung. Der Unterschied liegt in der Form des Hebestiftes (Variante "IV" ist identisch zu "V", verfügt aber im Vergleich zu den überigen einen Rechenanker).



Typen der Masseyhemmung

Interessanterweise fanden seine Hemmungen kaum Verwendung in den eigenen Uhren. Typ "III" ist am häufigsten zu finden. Massey "I" und "II" sind seltener. Noch rarer aber wurde Massey "V" verbaut. Von der Version "IV" sind weltweit nur 12 Exemplare bekannt.
Er war in den Jahren von 1813-30 in mehreren Städten Midlands tätig, unter anderen auch in in Coventry und Newcastle-under-Lyme (1813-20) sowie in Scholes. Letzterer Ort zeichnete sich durch seine geografische Nähe zu Prescot aus, dem damaligen Zentrum der Uhrwerkefertigung. Diese Lokalität fand sich aber auch in der Nähe zu Liverpool, dem Uhrenzentrum schlechthin. Ab 1830 bis zu seinem Ableben im Jahr 1852 lebte er aber in London.
U.a. folgende Liverpooler Uhrmacher verwendeten Massey-Hemmungen: Josh. Johnson; Robt. Roskell; Litherland; Jas. Hornby; Rich. Doke; John Brownbill; E.S. Yates; Rich. Hornby; Rich. Evans; W. Robinson; Robt. Perry; J. Brown; Wm. Lord; Robt. Rimmer; Wm. Harrison; John Pickford; Wm. Cook; Ezechial Mason; John Garnes; Naphali Hart; Jas. Cornwall; Wm. Hamlet; Townley; Quilliam.
Es existieren aber auch Uhren aus Manchester, Halifax, Dublin, Wigan, Ormskirk, Todmorden, Ulverston, Derby, Lancaster, Poulton-le-Fylde und Holywell mit Masseyhemmungen.



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