Daniel JeanRichard



Daniel JeanRichard (1665-1741)

Daniel JeanRichard war ein bekannter Uhrmacher, der angeblich die arbeitsteilige Uhrenherstellung im Schweizer Jura einführte und gilt als Begründer der Neuenburger Uhrenindustrie (Le Locle und La Chaux de Fonds). Diese Aussage muß aber wohl relativiert werden. Sicher ist, dass er als erster ein Uhrmacheratelier im Neuenburger Jura aufgebaut und mit Werkzeugen, Einrichtungen und Fachwissen aus Genf ausgestattet hat.
Er kam im Jahr 1665 in Bressels bei La Sagne als Sohn des Landwirts David Richard zur Welt. Sein eigentlicher Name war Jean Daniel Richard. Er erlernte beim Vater die Fertigkeiten der Schlosserei, wie sie damals für den landwirtschaftlichen Betrieb notwendig waren.
Das lebensbestimmende Ereignis geschah 1679. Ein Londoner Pferdehändler überließ JeanRichard eine reparaturbedürfige Sackuhr. JeanRichard machte sich sofort an die Reparatur und erlangte dabei autodidaktisch Kenntnisse der Uhrmacherei. In Ermangelung von geeignetem Werkzeug fertigte er dieses selber an. Im Anschluß an die Reparatur begann er nach dem repariertem Vorbild eigene primitive Rohwerke herzustellen. Diese hatten weder eine Spirale noch eine Darmsaite. Das Zifferblatt bestand aus Zinn, das Gehäuse aus Messing. Mit seinen Erzeugnissen erregte er aber Aufsehen in der Bevölkerung.
Bevor er sich aber komplett der Uhrmacherei hingab erlernte er in der Zeit von 1688-90 die Goldschmiedekunst. Das erlangte Wissen brachte er dann seinen beiden Brüdern bei. Anschließend begab er sich nach Valangin und eröffnete ein Atelier. 1697 war er sogar im Bürgerrat vertreten (erledigte in dessen Auftrag eine Angelegenheit der Prinzessin Marie de Nemours in Neuenburg). 1701 heiratete er Anne Marie, geb. Robert. 1705 zog er mit seinem Atelier nach Les Petits-Monts (Gem. Le Locle) um.
Eine Hauptschwierigkeit seiner Tätigkeit bestand in Form mangelhaftem Werkzeugs, insbesondere für die Anfertigung von Rädern. Deshalb begab er sich nach Genf um nach einer Lösung zu suchen. Dort gab man ihm aber nur unbestimmte Auskunft. Es reichte aber um eine eigene Räderschneidemaschine zu konstruieren.



In seiner Werkstatt wurden nun einfache Taschenuhren hergestellt. Schon bald kamen auch komplizierte Uhren zum Repertoire dazu. Selbst Repetitionsuhren aus seiner Werkstatt wurden bekannt. Er begann u.a. auch seine fünf Söhne in die Uhrmacherei einzuführen. Als er 1741 verstarb gab es in den Neuenburger Bergen bereits mehrere hundert Uhrmacherwerkstätten. Im Jahr 1756 kamen aus dem Jura bereits 15000 Uhren. Zur Zeit der französischen Revolution überholte die dortige 'Industrie' die Konkurrenz in Genf.





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